Seit dem Grundsatzurteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom September 2022 steht fest: Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch zu erfassen. Das gilt auch für Handwerksbetriebe – egal ob Einmann-Betrieb oder Firma mit 50 Mitarbeitern.
Was bedeutet die Zeiterfassungspflicht für Handwerker?
Konkret heißt das: Du musst Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit deiner Mitarbeiter aufzeichnen. Handgeschriebene Stundenzettel sind zwar formal noch erlaubt, aber in der Praxis fehleranfällig und zeitaufwändig.
Was muss erfasst werden?
- Arbeitsbeginn und -ende – wann fängt der Mitarbeiter an, wann hört er auf?
- Pausenzeiten – gesetzliche Pausen müssen dokumentiert werden
- Überstunden – besonders relevant bei Baustellen mit Zeitdruck
- Fahrtzeiten – Anfahrt zur Baustelle zählt als Arbeitszeit
Warum digital statt Zettel?
Die digitale Zeiterfassung bietet handfeste Vorteile:
- Kein Papierkram: Mitarbeiter stempeln per App oder Terminal ein – fertig
- Automatische Berechnung: Stunden, Überstunden und Pausenzeiten werden automatisch berechnet
- Nachvollziehbarkeit: Alle Einträge sind digital gespeichert und jederzeit abrufbar
- Direkte Abrechnung: Erfasste Zeiten können direkt in Rechnungen übernommen werden
- Projektbezogen: Zeiten werden pro Baustelle/Projekt erfasst – ideal für die Nachkalkulation
Bußgelder bei Verstoß
Wer die Arbeitszeit nicht erfasst, riskiert Bußgelder von bis zu 30.000 Euro pro Verstoß. Spätestens wenn die Gewerbeaufsicht prüft, sollte ein lückenloses System vorhanden sein.
Fazit
Die Zeiterfassungspflicht ist kein bürokratisches Monster – mit dem richtigen digitalen Werkzeug wird sie zum Vorteil. Du sparst Zeit, vermeidest Fehler und hast die Grundlage für saubere Abrechnungen.
